Havaneser sind charmant und clever – mit dem richtigen Training werden sie zu perfekten Begleitern.
Der Havaneser ist ein kleiner Hund mit großer Persönlichkeit. Charmant, verspielt, klug und dabei erstaunlich robust – wer einen Havaneser zu Hause hat, weiß: Dieser Hund denkt mit und möchte gefordert werden. Hier erfährst du, wie du deinen Havaneser erfolgreich erziehst, worauf du achten solltest und warum ein Besuch in der Hundeschule mehr bringt als bei manch anderen Rassen.
Der Havaneser ist offiziell die Nationalhunderasse Kubas – auch wenn seine Wurzeln im westlichen Mittelmeerraum liegen. Vorfahren der Rasse gelangten im 16. und 17. Jahrhundert mit spanischen Siedlern auf die Karibikinsel, wo sie sich zum heutigen Havaneser entwickelten. Er gehört zur Gruppe der Bichons und ist eng verwandt mit dem Bichon Frisé und dem Bolonka.
In Deutschland wird der Havaneser vom Rassezuchtclub Havaneser und Bichon Havanais e.V. betreut, der dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angeschlossen ist. VDH-Züchter sind zu Gesundheitsgutachten verpflichtet – darauf solltest du beim Kauf eines Welpen unbedingt achten.
Der Havaneser ist kein Hund, der nur auf dem Sofa liegt. Er ist:
Diese Eigenschaften machen ihn zu einem sehr guten Familienhund und einem idealen Begleiter für Ersthundehalter – solange man seine besonderen Erziehungsbedürfnisse kennt.
Der Havaneser hat einen ausgeprägten „Will to Please" – er möchte dir gefallen. Das ist die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Training. Nutze diesen Antrieb mit positiver Verstärkung: Leckerlis, Lob und Spielzeit wirken bei ihm deutlich besser als jede Korrektur.
Wichtig: Harte Trainingsmethoden, Anschreien oder körperlicher Druck schaden ihm. Der Havaneser ist sensibel und merkt genau, wenn die Stimmung kippt. Eine frustrierte Trainingssession bringt weniger als eine kurze, fröhliche Einheit.
Ideale Trainingseinheiten für den Havaneser dauern 5 bis 10 Minuten und enden, bevor die Aufmerksamkeit nachlässt. Statt langer Drillsessions sind mehrere kurze Einheiten pro Tag deutlich effektiver. Variiere Ort, Ablauf und Aufgaben – der Havaneser langweilt sich bei endlosen Wiederholungen.
Geeignete Trainingsformen:
Konsequenz bedeutet beim Havaneser klare Regeln, die immer gelten – nicht heute ja und morgen nein. Weil er so charmant und anhänglich ist, verfallen viele Halter dazu, Ausnahmen zu machen. Das rächt sich: Ein Havaneser, der gelernt hat, dass Betteln oder Quengeln doch klappt, nutzt das aus.
Setze von Anfang an freundlich, aber verlässlich dieselben Grenzen.
Der Havaneser ist extrem menschenbezogen. Das ist seine größte Stärke – und sein potenziell größtes Problem. Bleibt er zu lange allein, entwickelt er Trennungsstress, der sich durch Bellen, Winseln, übertriebenes Begrüßen oder Unruhe zeigt. Laut Experten der Hundeschulplattform hundalleinelassen.de sollte ein erwachsener Havaneser nicht länger als 4 bis 6 Stunden allein gelassen werden.
So trainierst du das Alleinbleiben erfolgreich:
Wenn das Alleinbleiben trotz Training nicht klappt, lohnt sich frühzeitig professionelle Hilfe durch einen Hundetrainer.
Havaneser sind wachsam und melden sich. Das ist normal und rassetypisch – darf aber nicht zu dauerhaftem oder übermäßigem Bellen werden. Besonders in der Wohnung oder in Mietobjekten ist unkontrolliertes Bellen ein Problem.
Havaneser sind klein und niedlich – und werden deshalb oft mit Verhaltensweisen durchkommen gelassen, die bei einem großen Hund sofort korrigiert würden. Anspringen, Zupfen an der Leine, Betteln am Tisch: All das wirkt bei einem 4-Kilo-Hund harmlos, führt aber zu einem schlecht erzogenen und letztlich unglücklicheren Hund.
Behandle deinen Havaneser konsequent wie jeden anderen Hund – das ist kein Widerspruch zur Freundlichkeit, sondern der Respekt, den er verdient.
Die häufigste Gesundheitsproblematik beim Havaneser ist die Patellaluxation – eine Verrenkung der Kniescheibe, die bei Kleinhunderassen weit verbreitet ist und erblich bedingt sein kann. Betroffene Hunde entlasten das betroffene Bein oder hüpfen kurzfristig beim Laufen.
Beim Training bedeutet das: Vermeide unnötige Sprünge von Möbeln oder Treppen, besonders bei Welpen. VDH-Züchter sind verpflichtet, ihre Zuchttiere auf PL untersuchen zu lassen – das ist beim Kauf ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
Havaneser neigen zu Katarakt (grauer Star) und Progressiver Retinaatrophie (PRA) – einer erblich bedingten Erkrankung, bei der die Netzhautzellen nach und nach absterben und die zur Erblindung führen kann. Regelmäßige Augenuntersuchungen beim Tierarzt sind empfehlenswert, besonders wenn du Anzeichen wie Trübungen in der Pupille oder Orientierungsprobleme in der Dämmerung bemerkst.
Achte im Training auf Körpersignale – ein Hund in Schmerzen oder mit eingeschränkter Sicht lernt schlechter und reagiert gereizter.
Der Havaneser ist bewegungsfreudig und mental fit – er kann in verschiedenen Hundesportarten glänzen:
Für Havaneser-Welpen ist die Welpenschule besonders wichtig. Weil die Rasse so menschenbezogen ist, braucht der Welpe frühzeitig positive Erfahrungen mit anderen Hunden, fremden Menschen und neuen Umgebungen – sonst kann aus dem charmanten Begleithund schnell ein ängstlicher oder übererregter Hund werden.
Eine gute Welpenschule bietet:
Nicht jede Hundeschule eignet sich gleich gut für einen Havaneser. Achte bei der Auswahl auf:
Auf hundeschulen-finder.de findest du Hundeschulen in deiner Nähe, die auf positive Trainingsmethoden setzen – gefiltert nach Bundesland und Stadt, damit du schnell die passende Schule für deinen Havaneser findest.