Futter, Tierarzt, Steuer, Versicherung: Was ein Hund pro Jahr wirklich kostet — nach Hundegröße.
Ein Hund ist kein billiges Haustier — aber viele unterschätzen die laufenden Kosten erheblich. Wer vor der Anschaffung realistisch kalkuliert, erlebt später keine bösen Überraschungen. Dieser Ratgeber schlüsselt alle wichtigen Kostenpunkte auf: nach Hundegröße, mit aktuellen Preisen für 2025/2026.
Futter ist für die meisten Halter die teuerste Dauerausgabe — und die Spanne ist enorm. Ein Billigfutter vom Discounter kostet vielleicht 30 € im Monat für einen kleinen Hund, während hochwertige BARF-Rohkost oder Premium-Nassfutter für einen großen Hund schnell 200 € im Monat verschlingt.
Realistische Jahreskosten für Futter nach Größe:
Dazu kommen Snacks, Leckerlis und Kauspielzeug, die du mit weiteren 100–300 € jährlich veranschlagen kannst.
Seit November 2022 gilt die überarbeitete Gebührenordnung für Tierärzte (GOT 2022). Die Folge: Tierarztrechnungen sind im Schnitt 20–30 % teurer als vor der Reform. Eine allgemeine Untersuchung kostet jetzt rund 23–45 €, ein Blutbild 60–90 €, eine Schutzimpfung je nach Impfstoff 25–60 €.
Für einen gesunden Hund ohne besondere Vorkommnisse sind das realistischerweise:
Das ist der günstigste Fall. Wird dein Hund einmal krank, kommt schnell das Fünf- bis Zehnfache dazu. Eine Magenoperation kann 2.000–5.000 € kosten, ein Kreuzbandriss 2.500–4.000 €.
Wer das finanzielle Risiko absichern möchte, zahlt für eine Hundekrankenversicherung monatlich zwischen 20 und 80 €, also 240–960 € im Jahr. Die Prämien hängen stark von Rasse, Alter und gewähltem Tarif ab. Für junge, gesunde Mischlingshunde gibt es Einstiegstarife ab ca. 20 €/Monat — für reinrassige Hunde oder ältere Tiere kann es deutlich mehr werden.
Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer — jede Kommune legt den Satz selbst fest. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei ungefähr 96 € pro Jahr für den ersten Hund. Die Bandbreite ist aber riesig:
In einigen wenigen Gemeinden gibt es noch gar keine Hundesteuer. Für deinen zweiten Hund wird es in der Regel teurer — viele Städte verdoppeln oder verdreifachen den Satz ab dem zweiten Tier.
Die Hundehaftpflicht ist eine der wichtigsten und gleichzeitig günstigsten Absicherungen. In sieben Bundesländern ist sie gesetzlich vorgeschrieben (u. a. Berlin, Hamburg, Niedersachsen), aber auch überall sonst gilt: ohne Haftpflicht gehst du ein erhebliches finanzielles Risiko ein.
Die jährlichen Beiträge:
Für die meisten Halter sind Tarife um die 50–70 € im Jahr vollkommen ausreichend, wenn sie die wesentlichen Leistungen (Personenschäden, Sachschäden, Fremdhüterrisiko, Auslandsschutz) abdecken. Die Hundegröße hat kaum Einfluss auf den Preis — wichtiger ist die Rasse und die Schadenshistorie.
Kurzhaarige Rassen wie Labrador, Beagle oder Boxer benötigen kaum professionelle Pflege. Regelmäßiges Bürsten, gelegentliches Baden und Krallenpflege lassen sich gut zuhause erledigen. Kosten: 50–100 € jährlich für Pflegezubehör.
Rassen mit Langhaar oder nicht-wachsendem Fell (Pudel, Malteser, Shih Tzu, Bichon Frisé) müssen alle 6–8 Wochen zum Hundefriseur. Eine komplette Profipflege kostet je nach Größe und Fell 40–120 € pro Termin. Hochgerechnet auf das Jahr: 300–1.000 € allein für Grooming.
Nach der Erstausstattung fallen jährlich noch Kosten für Ersatz und Verbrauchsmaterial an. Halslband, Leine, Spielzeug, Bürste, Pflegeprodukte, neue Kauartikel — rechne mit 100–250 € pro Jahr.
Ein solider Grundkurs oder Welpenkurs mit 8–10 Einheiten kostet 180–350 €. Wer regelmäßig weitertrainiert oder Einzelstunden nimmt, gibt schnell 500–1.000 € jährlich aus. Hundesportvereine sind oft günstiger (50–200 € Jahresbeitrag), bieten dafür weniger individuelle Betreuung.
Urlaub ohne Hund heißt: Betreuung organisieren. Eine Hundepension kostet im Schnitt 25–60 € pro Nacht, ein Hundesitter oder Gassigeher 15–30 € pro Runde. Wer zwei Wochen Urlaub im Jahr macht, plant grob 350–840 € ein.
Wenn du alle Posten zusammenrechnest, landen die typischen Gesamtkosten ungefähr hier:
Das sind Durchschnittswerte für gesunde Tiere ohne größere Tierarztvorfälle. Chronische Erkrankungen, Operationen oder ein außergewöhnlich hoher Pflegebedarf können diese Zahlen leicht verdoppeln.
Wer frühzeitig in Training investiert, spart auf lange Sicht. Ein gut erzogener Hund verursacht weniger Schäden, ist entspannter in Alltagssituationen — und kostet damit am Ende weniger. Auf hundeschulen-finder.de findest du geprüfte Hundeschulen in ganz Deutschland, einfach nach Stadt oder Postleitzahl suchen: https://hundeschulen-finder.de/hundeschulen