So bringst du deinem Hund bei, auf seiner Decke zu bleiben — ob zu Hause, im Café oder beim Tierarzt.
Dein Hund soll ruhig liegen, während du kochst, Besuch empfängst oder im Café sitzt – das klingt einfach, ist aber ohne Training reine Glückssache. Deckentraining gibt deinem Hund einen klaren Ort zum Entspannen und dir die Gewissheit, dass er dort auch bleibt. Das Schöne daran: Die Decke wandert mit. Ob Tierarztpraxis, Restaurant oder Freundesbesuch – dein Hund hat immer seinen vertrauten Ruheplatz dabei.
Im Unterschied zu einem einfachen „Platz"-Kommando verknüpft Deckentraining das Entspannen mit einem konkreten Gegenstand. Der Hund lernt: Diese Matte bedeutet Ruhe. Das hat gleich mehrere Vorteile.
Deckentraining ist außerdem ein hervorragendes Impulskontrolltraining: Dein Hund lernt, Ablenkungen standzuhalten und trotzdem liegen zu bleiben.
Bevor du irgendein Kommando einführst, soll dein Hund lernen, dass die Matte etwas Gutes ist.
Nenne in dieser Phase noch kein Kommando. Erst wenn das Verhalten stabil ist, kommt das Wort.
Wenn dein Hund zuverlässig zur Matte läuft, baust du das Ablegen auf.
Wenn dein Hund 8 von 10 Mal zügig auf die Matte geht und sich hinlegt, kannst du ein Kommando hinzufügen – zum Beispiel „Platz", „Decke" oder „Matte". Wähle ein Wort und bleib dabei.
Jetzt soll dein Hund auf der Matte bleiben, nicht nur kurz draufliegen und wieder aufstehen.
Wenn dein Hund 30–60 Sekunden stabil liegt, fängst du an, dich zu entfernen.
Wichtig: Dauer und Distanz immer getrennt steigern. Wenn du weiter weggehst, verkürze die Zeit – und umgekehrt.
Das ist der entscheidende Schritt für den Alltag. Dein Hund muss lernen, auf der Matte zu bleiben, obwohl um ihn herum Dinge passieren.
Jede neue Ablenkung bedeutet: Dauer und Distanz wieder etwas reduzieren und dann langsam wieder aufbauen.
Wenn das Training zuhause stabil läuft, nimmst du die Matte mit in neue Umgebungen. Hier gilt immer die 80-Prozent-Regel: Klappt es zu Hause bei mindestens 8 von 10 Versuchen, bist du bereit für draußen – aber auf einfacherem Niveau beginnen.
Die Matte selbst ist das Signal – dein Hund erkennt sie und weiß, was zu tun ist, weil ihr das Hunderte Male geübt habt.
Zu früh zu viel verlangen: Viele starten mit dem Tierarztbesuch, bevor der Hund die Matte zu Hause überhaupt kennt. Bau das Fundament erst zuhause auf, bevor du in schwierige Umgebungen gehst.
Das Lösewort vergessen: Ohne „Frei" weiß dein Hund nicht, wann er aufstehen darf – und testet es irgendwann einfach aus. Das Lösewort ist genauso wichtig wie das Kommando selbst.
Dauer und Distanz gleichzeitig steigern: Das überlastet den Hund schnell. Immer nur eine Variable erhöhen.
Den Hund rufen, statt zur Matte zu gehen: Wenn du deinen Hund zu dir rufst, um ihm das Leckerli zu geben, trainierst du das Aufstehen. Immer zur Matte hingehen und dort belohnen.
Zu seltenes Üben in neuen Orten: Ein Hund, der die Matte nur zuhause kennt, wird sie im Café kaum nutzen. Übe an mindestens fünf verschiedenen Orten, bevor du echte Alltagssituationen angehst.
Deckentraining ist kein Sprint. Echte Verlässlichkeit – also ein Hund, der auch dann auf der Matte liegt, wenn die Tür klingelt oder ein anderer Hund vorbeiläuft – entsteht durch viele, kurze Wiederholungen über Wochen.
Wenn dein Hund trotz konsequentem Training nicht ruhig auf der Matte bleibt, sich stark ablenken lässt oder ängstlich reagiert, lohnt es sich, eine erfahrene Trainerin oder einen Trainer hinzuzuziehen. Auf hundeschulen-finder.de findest du Hundeschulen in deiner Nähe, die mit modernen, belohnungsbasierten Methoden arbeiten – dort wird Deckentraining oft als Teil des Grundgehorsams angeboten und hilft dir, das Training schnell und sicher aufzubauen.