So führst du deinen Welpen behutsam an Halsband und Leine heran — ohne Stress.
Für dich ist ein Halsband ein harmloses Stück Stoff. Für deinen Welpen ist es zunächst ein seltsames, fremdes Ding am Hals, das er weder gesehen noch gespürt hat. Kein Wunder, dass viele Welpen am Anfang kratzen oder einfrieren. Mit der richtigen Herangehensweise lässt sich das aber schnell ändern.
Viele Halter warten mit der Eingewöhnung, bis der Welpe "sich eingelebt hat". Das ist verständlich, aber nicht optimal. Beginne am besten schon in der ersten Woche, nachdem dein Welpe etwas Sicherheit in seiner neuen Umgebung gewonnen hat — also nicht am ersten Tag, aber auch nicht erst nach vier Wochen.
Je früher du anfängst, desto selbstverständlicher wird es für den Welpen. Was in der Prägungsphase (bis zur 16. Woche) erlebt und akzeptiert wird, bleibt ein Leben lang normal.
Diese Frage spaltet viele Hundebesitzer. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile — besonders bei Welpen.
Halsband: Einfach anzulegen, gut für ID-Tags — aber bei Zug kann Druck auf Luftröhre und Halswirbel entstehen.
Geschirr: Verteilt den Zug auf Brust und Rumpf, schonender für den Körper — besonders empfohlen für kleine Hunde und Rassen mit kurzer Schnauze.
Für Welpen empfehlen viele Trainer ein gut sitzendes Geschirr in Kombination mit einem Halsband für den ID-Tag. Welche Variante du wählst, ist aber weniger entscheidend als die Art, wie du sie einführst.
Der Schlüssel liegt darin, das Halsband oder Geschirr langsam und positiv einzuführen — ohne Druck, ohne Hast.
Leg das Halsband auf den Boden oder halte es in der Hand. Lass deinen Welpen es beschnuppern. Belohne jede neugierige Annäherung mit einem kleinen Leckerli. Das Halsband bekommt so von Anfang an eine positive Bedeutung.
Wiederhole das 2–3 Mal täglich über 1–2 Tage.
Bevor du das Halsband anlegst, gewöhne deinen Welpen daran, am Hals und Nacken berührt zu werden. Viele Welpen sind dort empfindlich, weil es eine neue Erfahrung ist.
Lege das Halsband für 1–2 Minuten an — direkt vor einer Mahlzeit oder einem Spielabschnitt, damit der Welpe sofort positiv beschäftigt ist. Nimm es danach wieder ab.
Wenn dein Welpe das Halsband akzeptiert, lass es ganztags dran — außer in der Schlafkiste oder am Schlafplatz (Strangulationsgefahr). Nach wenigen Tagen schenkt er ihm keine Aufmerksamkeit mehr.
Klicke die Leine an das Halsband oder Geschirr und lass sie einfach am Boden schleppen. Kein Halten, kein Zug — nur das Gewicht der Leine soll spürbar sein. Belohne ruhiges Verhalten.
Halte die Leine nun locker fest und geh einen Schritt in eine Richtung. Wenn dein Welpe mitkommt: Belohnung. Wenn nicht: kein Zug, einfach warten oder mit Stimme locken.
Ziel ist, dass der Welpe lernt: Ich gehe mit, weil es sich lohnt — nicht weil ich muss.
Wenn dein Welpe Halsband und Leine in der Wohnung entspannt akzeptiert, ist es Zeit nach draußen. Das ist oft ein größerer Schritt als erwartet.
Ein junger Welpe braucht keine langen Spaziergänge. Lieber kurz und positiv als lang und überfordernd. Überlade ihn nicht mit Eindrücken an einem einzigen Ausgang.
Mit etwa 3–4 Monaten kannst du die Dauer langsam steigern. Faustregel vieler Tierärzte: 5 Minuten pro Lebensmonat, zweimal täglich — also 4 Monate = max. 20 Minuten pro Runde.
Der häufigste Fehler überhaupt. Wenn du ziehst, lernt dein Welpe: Die Leine bedeutet Druck und Unbehagen. Das Ergebnis ist ein Hund, der später selbst zieht — oder einer, der sich gegen die Leine stemmt.
Was stattdessen hilft: Stehenbleiben, wenn die Leine gespannt ist. Warten, bis der Welpe zurückkommt. Dann weiter.
Den Welpen festhalten und das Halsband schnell über den Kopf ziehen funktioniert — einmal. Danach rennt er beim nächsten Anblick weg.
Was stattdessen hilft: Geduld und Desensibilisierung wie oben beschrieben. Lieber einen Tag mehr einplanen.
Nach dem ersten erfolgreichen Anlegen direkt auf die belebte Straße — das überfordert. Jeder Schritt braucht Zeit zur Festigung.
Was stattdessen hilft: Erst in der Wohnung üben, dann im Garten oder Hof, dann auf der ruhigen Straße, dann auf belebten Wegen.
Manche Halter denken, der Hund soll "einfach gehorchen". Welpen lernen aber durch Konsequenzen — positives Verhalten wird wiederholt, wenn es sich lohnt.
Was stattdessen hilft: Leckerlis, Lob, Spielzeug. Was deinen Welpen motiviert, funktioniert als Verstärker.
Die Eingewöhnung an Halsband und Leine ist viel mehr als eine technische Übung — sie ist der erste Grundstein für euer gemeinsames Zusammenleben auf Spaziergängen. Investierst du jetzt ein paar Tage Geduld, zahlt sich das über das gesamte Hundeleben aus.
Ein paar Grundsätze, die helfen:
Falls dein Welpe auch nach zwei Wochen stark dagegen ankämpft oder sich gar nicht beruhigt, lohnt sich professionelle Begleitung.
Halsband und Leine sind für deinen Welpen zunächst fremde Gegenstände. Mit ruhiger, schrittweiser Eingewöhnung, viel positiver Verstärkung und ohne Druck wird daraus schnell etwas ganz Selbstverständliches. Nimm dir die Zeit — sie ist gut investiert.
Auf hundeschulen-finder.de findest du Hundeschulen in deiner Nähe, die Welpenkurse mit fundierter Leinenarbeit anbieten — bewertet von echten Hundebesitzern, damit du von Anfang an die richtige Unterstützung bekommst.