Worin sich Welpenspielgruppe und Welpenschule unterscheiden und was dein Welpe wirklich braucht.
Du hast einen Welpen und fragst dich, ob du ihn in eine Welpenspielgruppe oder in eine Welpenschule schicken sollst. Die Begriffe werden oft durcheinander geworfen — manchmal sogar von den Anbietern selbst. Dabei bezeichnen sie zwei unterschiedliche Dinge, die deinem Welpen auf verschiedene Arten nützen.
Eine Welpenspielgruppe ist, wie der Name sagt, vor allem eines: ein Ort zum Spielen. Welpen laufen frei, beschnuppern sich, toben, machen Fehler und lernen dabei — voneinander. Im Vordergrund steht die soziale Interaktion mit Artgenossen, nicht die Ausbildung von Kommandos.
Typische Merkmale einer Spielgruppe:
Das klingt simpel — und das ist es auch, zumindest auf den ersten Blick. Aber unkontrolliertes Spielen zwischen Welpen ist keineswegs automatisch gut. Dazu gleich mehr.
Eine Welpenschule ist strukturierter. Sie kombiniert Sozialisierung mit aktivem Lernen: Welpen üben erste Kommandos, gewöhnen sich an unbekannte Reize, Untergründe und Situationen, und die Besitzer lernen, wie sie mit ihrem Hund kommunizieren.
Typische Merkmale einer Welpenschule:
Eine Welpenschule ist damit mehr als nur ein Spieltermin — sie ist ein Kurs mit pädagogischem Konzept, der sowohl Hund als auch Halter weiterbildet.
Zwischen der 3. und 16. Lebenswoche ist das Gehirn eines Welpen besonders aufnahmefähig. In dieser Phase lernt er, was zur Welt dazugehört — und was nicht. Was er in dieser Zeit kennenlernt, nimmt er als normal wahr. Was er nicht kennenlernt, kann später Unsicherheit oder Angst auslösen.
Das ist die wissenschaftliche Grundlage für den Druck, früh anzufangen. Mit 12 Wochen ist dieses Fenster schon zur Hälfte geschlossen. Mit 16 Wochen schließt es sich weitgehend.
Was das bedeutet: Ob Spielgruppe oder Welpenschule — du solltest möglichst bald nach Einzug des Welpen und nach Beginn der Grundimmunisierung starten. Warten kostet dich die wertvollste Zeit.
Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Das Problem entsteht, wenn eines das andere vollständig ersetzt.
Welpen, die ausschließlich wild miteinander toben, ohne dass ein Trainer eingreift, lernen manchmal die falschen Dinge:
Unkontrolliertes Mob-Play — wenn mehrere Welpen gemeinsam einen anderen bedrängen — ist eine der schädlichsten Erfahrungen, die ein Welpe in dieser sensiblen Phase machen kann. Ein einziges solches Erlebnis reicht aus, um dauerhafte Unsicherheit gegenüber Artgenossen zu hinterlassen.
Umgekehrt bringt ein Kurs, der ausschließlich aus Kommandoübungen besteht und kaum Hundekontakt ermöglicht, seinen eigenen Mangel mit sich. Welpen müssen mit anderen Welpen spielen — das ist nicht verhandelbar. Nur so lernen sie:
Ein Welpe, der gut Sitz macht, aber nie gelernt hat, mit Artgenossen umzugehen, ist sozial unterversorgt.
Unabhängig davon, ob du eine Spielgruppe oder Welpenschule besuchst, gibt es Merkmale, die zwischen gut und schlecht unterscheiden.
Zeichen einer guten Gruppe:
Ein guter Trainer erklärt dir, was du siehst. Er zeigt dir, wann zwei Welpen wirklich miteinander spielen und wann ein Welpe eigentlich abbrechen möchte, aber nicht kann.
Manche Angebote verkleiden sich als Welpenschule, sind aber schlicht riskant. Achte auf folgende Warnsignale:
Ein überforderter Welpe, der in der Gruppe keine Auszeit bekommt, lernt: Ich kann nicht entkommen. Das ist der Grundstein für Angst und spätere Aggression gegenüber anderen Hunden.
Eine gut geführte Welpenstunde sieht in etwa so aus:
Diese Struktur ist kein Luxus. Sie ist der Unterschied zwischen einem Welpen, der von der Stunde profitiert, und einem, der danach erschöpft und überstimuliert ist.
Das Beste ist nicht "entweder oder", sondern beides — aufeinander abgestimmt. Eine Welpenschule gibt dir Struktur, Anleitung und Übungszeit. Eine gut geführte Spielgruppe ergänzt das mit mehr freiem Sozialkontakt.
Wenn du beides in einem Kurs hast, ist das ideal. Wenn nicht, lohnt es sich, beides parallel zu buchen — sofern die Gruppen klein und gut geführt sind. Was du vermeiden solltest, ist eine Spielgruppe als Ersatz für eine Welpenschule zu behandeln, oder umgekehrt einen Kurs zu besuchen, in dem dein Welpe kaum Artgenossenzeit bekommt.
Bevor du deinen Welpen anmeldest, lohnt es sich, folgende Fragen zu stellen:
Ein seriöser Anbieter beantwortet diese Fragen gerne und konkret. Ausweichende Antworten sind ein Warnsignal.
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