Warum Welpen nachts wach werden und wie du für ruhige Nächte sorgst — ohne schlechtes Gewissen.
Die ersten Nächte mit einem neuen Welpen sind für viele Halter eine Überraschung. Wo man sich auf kuschelige Abende gefreut hat, folgen oft stundenlange Weinattacken um 2 Uhr nachts. Das ist völlig normal — und lösbar. Hier erfährst du, warum Welpen nachts nicht durchschlafen und was du konkret dagegen tun kannst.
Welpen kommen aus einer Wurfgemeinschaft. Sie haben bis zu ihrem Einzug bei dir noch nie alleine geschlafen — immer lagen Geschwister und die Mutter um sie herum. Der warme Körperkontakt, die vertrauten Geräusche und Gerüche fehlen von einem Tag auf den anderen. Das löst Stress aus, kein Ungehorsam.
Dazu kommen biologische Faktoren:
Bevor du an Routinen denkst, lohnt es sich, den Schlafplatz selbst zu optimieren. Ein guter Schlafplatz erfüllt mehrere Kriterien:
Welpen frieren schnell. Besonders in den ersten Wochen sollte der Schlafplatz zugfrei und warm sein — idealerweise zwischen 20 und 22 Grad. Eine Wärmflasche, in ein Handtuch gewickelt, kann Wunder wirken. Manche Halter legen auch ein T-Shirt mit ihrem eigenen Geruch in die Box — das beruhigt.
Eine Gitterbox (Crate) hat klare Vorteile in der Eingewöhnungsphase:
Das Crate-Training muss aber positiv aufgebaut werden. Die Box darf nie als Strafe genutzt werden.
Vor allem in den ersten Wochen empfiehlt es sich, den Welpen nachts in Schlafzimmernähe zu haben — zum Beispiel in einer Box neben dem Bett. So kann er deine Atmung hören, was beruhigt. Und du kannst schnell reagieren, wenn er wirklich raus muss.
Welpen profitieren enorm von Vorhersehbarkeit. Wenn jeden Abend dieselbe Abfolge passiert, lernt das Gehirn: jetzt kommt Schlaf. Eine bewährte Abendroutine könnte so aussehen:
Vermeide kurz vor dem Schlafengehen wildes Spielen oder Besuche — das pusht den Cortisolspiegel und macht das Einschlafen schwerer.
Ein Welpe von 8 bis 12 Wochen schafft in der Regel 3 bis 4 Stunden ohne Pause. Das bedeutet: Du wirst aufstehen müssen. Das ist kein Versagen, sondern einfach der Entwicklungsstand.
Wenn er wimmert, warte kurz ab — manchmal schläft er von selbst wieder ein. Wenn er aber unruhig wird, kratzt oder deutlich signalisiert, dann raus. Und zwar ruhig und ohne Drama: rausgehen, Geschäft erledigen, kurzes Lob, zurück in die Box. Kein Spielen, kein langes Kuscheln. Sonst lernt er: Nacht wecken = Party.
Die meisten Welpen schaffen es ab etwa 4 bis 5 Monaten, 6 bis 7 Stunden am Stück zu schlafen. Manche etwas früher, manche etwas später. Rassen mit hohem Energielevel oder sehr sensible Hunde brauchen manchmal länger.
Wenn dein Welpe auch nach mehreren Wochen jede Nacht massiv unruhig ist, lohnt sich ein Blick auf mögliche körperliche Ursachen. Schmerzen, Verdauungsprobleme oder neurologische Auffälligkeiten können den Schlaf stören. Sprich mit deiner Tierarztpraxis.
Darüber hinaus kann eine gute Welpenstunde helfen — nicht nur für Grundkommandos, sondern auch für Ruhe- und Entspannungsübungen. Auf hundeschulen-finder.de findest du Hundeschulen in deiner Nähe, die gezielt Welpenkurse mit Fokus auf Schlaf, Stressabbau und Alltagsstruktur anbieten.
Durchwachte Nächte gehören zu den ersten Wochen mit einem Welpen dazu — aber sie sind keine Dauerlösung. Mit dem richtigen Schlafplatz, einer verlässlichen Abendroutine und realistischen Erwartungen wird es von Woche zu Woche besser. Bleib konsequent, bleib ruhig, und vergib dir selbst, wenn du mal aus dem Rhythmus gerätst. Dein Welpe lernt — und du auch.